Endlich ist es Sommer und diese hässlichen Stoffschläuche verschwinden von den Männerhälsen. Ein bisschen erinnern Krawatten an die lächerlichen, stinkenden Rosshaarperücken, wie sie englische Richter zu ihren roten Nachthemden tragen und dadurch wirken wie eine Mischung aus  Clown Grogg und dem Druiden Merlin. Irgendwie nicht von dieser Welt und schon gar nicht aus unserer Zeit.
Seit eineinhalb Jahrhunderten verunstalten sich Männer aus vagen Konformitätsgründen mit diesen unschönen Textil-Überflüssigkeiten, die überhaupt nicht dekorativ, aber umso unpraktischer sind. Schliesslich gilt es ja darauf zu achten, dass die nutzlose Halsschlinge nicht in Suppe, Salatsauce oder Aktenvernichter gerät.
Über das Woher und die Symbolik von Krawatten wurde schon viel spekuliert. Handelt es sich womöglich um ein weiterentwickeltes Esslätzchen aus Kindertagen, das verhindern sollte, dass die Hemdbrust mit Speisen bekleckert wird. Oder ist die Krawatte ein stilisierter Henkerknoten, der manche Berufsmänner daran erinnern sollte, dass sie ihr berufliches Tun in bedrohliche Nähe zur Strafjustiz bringen kann – wie Banker zum Beispiel?
Sollte die Krawatte einfach bloss die Knopfleiste züchtig bedecken, weil religiöse Gruppen wie die Amischen Knöpfe als frivol empfinden? Die beliebteste Krawatten-Theorie ist jedoch die von dem Schlips, der eigentlich ein Phallus-Symbol sei. Die gefällt mir besonders gut – besonders in Verbindung mit der diesjährigen Herrenmode:
Phallus-Symbole in Prinzesschen-Rosa  :-D!