Der französische Landesführer Nicolas Sarkozy pflügte gestern das Parlament mit einer seiner Reden (für die er übrigens eigenhändig die Verfassung ändern liess), das französische Parlament mächtig durch, als er ein Verbot für die Burka forderte. Aber machen wir doch erstmal ein wenig langsam, und verschaffen wir uns die nötigen Informationen aus dem Internet. Was sagt also Wikipedia zur Burka: <<Die Burka (eigentlich Burqa, aus arabischبرقعة‎; in Pakistan auch als Barqa) ist ein Kleidungsstück, das von muslimischen Frauen in Afghanistan und teilweise in Pakistan und Indien getragen wird und der vollständigen Verschleierung des Körpers dient.>> Des weitern heisst es, bei der Burka gehe es darum den sozialen Status nach aussen durch Kleidung zu zeigen, oder eben den tiefen sozialen Status nach aussen hin zu verschleiern. Die Gegner der Burka sagen nun, dies sei ein Machtsymbol oder anders gesagt ein Mittel zur Unterdrückung der Frau, islamisches Religionssymbol. Dass Frauen in islamischen Kreisen kaum etwas zu sagen haben ist den meisten klar. Dass dies aber mit einer Ganzkörperverschleierung noch zementiert wird, geht doch etwas weit, wenn dem tatsächlich so ist. Das westliche Pendent zur Burka dürfte – mit mehr oder weniger Phantasie – die Bekleidung der Nonnen sein. Obwohl Nonnen dies freiwillig tragen, da sie freiwillig irgendeinem Orden beigetreten sind, wird dabei auch der Körper zwecks Gleichstellung und Zugehörigkeit verhüllt. Wenn man den Faden nun weiterspinnt, könnte man von einer Uniformierung sprechen. Und der Zweck einer Uniform erklärt sich dank Wikipedia so:
Als Uniform (umgangssprachlich Kluft) bezeichnet man gleichartige Kleidung, um optisch einheitlich (lateinisch-französisch: uniform) in der Öffentlichkeit aufzutreten. Beim Militär ist die Uniform notwendige Bedingung für den Kombattantenstatus. Ok, optische Einheitlichkeit. Das „Wir – Gefühl“.
Weiter heisst es: Die Uniform symbolisiert die Funktion ihres Trägers und/oder dessen Zugehörigkeit zu einem Verband und zu einer Organisation (Bekleidung, Abzeichen, Flagge u. a.). Durch das Tragen der Uniform soll das Individuum seinen Beruf oder seine Aufgabe verkörpern und seine Aufgabe als Funktionsträger besonders in den Vordergrund stellen. Mit dem Tragen der Uniform wird auch der Korpsgeist der Uniformträger ausgebildet und gefestigt.
Das mein Vergleich mit einer Uniform den einen oder anderen Lesern sauer aufstösst kann ich mir durchaus vorstellen, der Gedanke sei aber durchaus erlaubt, da mir das ganze schon ein wenig wie eine Uniform daherkommt. Erstens suchen es sich die meisten Frauen icht aus, ob sie eine Burka tragen wollen oder nicht. Das wird dann von ihrem Mann aufdoktriniert. Und zweitens entspricht es auch einem religiösen Symbol. Und beides zusammen hat definitiv die selben Züge wie zum Beispiel eine Uniform einer Armee: Zwang, Einheitlichkeit, Korpsgeist (Wir Gefühl)…
Und dass dies der „westlichen Welt“ so nicht passt scheint auch klar. Bei uns sind die Frauen emanzipiert – wobei es manche Frauen gelegentlich auch übertreiben – und haben ihren Status in der Gesellschaft längst eingenommen. Und der ist weit über dem in islamisch dominierten Ländern. Nun wirft sich die Frage auf inwiefern die Burka ins Thema Religionsfreiheit geht oder nicht. Man kann nun annehmen dass die Burka aufgrund ihrer Herkunft durchaus als Teil der Religionsausübung angesehen werden kann. Im Gegensatz dazu entspricht es nicht den westlichen Menschenrechten, andere Menschen zu unterdrücken. Macht man nun einen Spagat indem man das Tragen einer Burka in während dem ausüben der Religion erlaubt, andererseits beim Arbeiten oder in der Schule verbietet? Nun, üben denn diese Frauen ihre Religion nicht den ganzen Tag aus?
Die Fragen und Lösungen sind so delikat dass öffentlich gemachte Meinungen von Politikern nur wage zu hören sind da es extrem polarisiert. Entweder man ist voll dafür oder total dagegen. Was Sarkozy nun tut ist nach meinem Empfinden schon sehr gewagt. Er könnte aber in anbetracht der in Frankreich schon länger entbrannten Diskussion um die Burka nur noch mehr Öl ins Feuer giessen. Er könnte aber auch eine Art Sprachrohr derer sein, welche die islamisierung des Westens schon lange als ungewünscht betrachten, und damit einen Knoten lösen dessen Folgen nicht gerade für die islamische Welt spricht.
Wie dem auch sei. Ich bin auch gegen die Unterdrückung von Frauen, nur weil es in irgendeiner Religion so geschrieben steht. Egal ob christlich oder muslimisch. Es darf nicht sein, das Menschen wie Dreck behandelt werden und in ein paar (durchaus edle) Tücher gehüllt werden, nur damit kein anderer Mann das „Eigentum“ des anderen anschauen kann.