Die Schweizerinnen und Schweizer leben von Traditionen. Eine der grössten Tradition ist die Schweizer Armee. In letzter Zeit gab es allerdings viele Änderungen im grössten Traditiongut.
Heute hat die Finanzkomission des Ständerats bekannt gegeben, dass sie zusätzliche Finanzierungen für die Armee nicht für notwendig erachten.
Seit einiger Zeit gibt als Alternative zur Armee den Zivildienst (nicht zu verwechseln mit dem Zivilschutz). Als ich noch zur Rekrutierung musste, konnte man nur mit einer schriftlichen Begründung und einer nachfolgenden Anhöhrung in den Zivildienst kommen. Heute reicht der so genannte Glaubensbeweis. Wenn jemand bereit ist 1.5 mal so lange Dienst zu leisten, darf er in den Zivildienst.
Vor der neuen Regelung gab es pro Jahr rund 1’800 Zivildienst gesuche. Inzwischen sind es 8’500 Gesuche – Tendenz steigend. Das sind über 5 mal soviele Jugendliche die offen bekennen, dass sie keinen Bock auf den Kindergarten Armee haben.
Vielleicht ist es an der Zeit die alte Tradition neu zu formen. Die Zahlen sind klar, die wenigsten haben Lust, sich für mehrere Wochen die Freiheit zu nehmen und sich in den Kindergarten zurückversetzen zu lassen.
Gerade deshalb könnte die jüngst von der GSoA (Gruppe für eine Schweiz ohne Armee) gestarteten Initiative „Zur Abschaffung der Wehrpflicht“ zum Erfolg führen. Mehr zur Initiative.
Was braucht die Schweiz? Ich bezweifle, dass wir eine Armee brauchen. Ich bezweifle auch das unsere Armee in einem (sehr unwahrscheinlichem) Kriegsfall überhaut irgendwas ausrichten könnte. Wir brauchen einen guten Zivilschutz, der bei Naturkatastrophen, wie Lawinen oder Überschwemmungen schnell handeln kann um die Zivilbevölkerung zu schützen. Vielleicht sollte man alte Zöpfe und unsinnige Tradition wirklich abstossen.