Eine strikte Gewaltentrennung in einem Staat ist die unabdingbare Voraussetzung für eine gesunde Demokratie!
Nebst Legislative, Exekutive und Judikative sprach man bislang gerne von der Presse als der vierten Gewalt!
Und genauso sollte es auch sein!
Wir brauchen eine unabhängige, beobachtende Presse, die vertieft recherchiert, analysiert, kritisch kommentiert, journalistisch begleitet und auch verschiedene Sichtweisen ausleuchtet.
Was ist davon in unserem neoliberal-superkapitalistischen Zeitalter übrig geblieben?
Zwei von einer Unzahl unsäglich doofer Gratisblätter, die die zu bezahlenden Zeitungen bis zum Harakiri konkurrenziert haben, haben überlebt und sind zu meinungsbildenden Medien geworden!
Diese volksverdummenden Pseudozeitungen finanzieren sich alleine durch Inserate. Der wenige Platz, der neben der Massenwerbung übrig bleibt, nennt sich hochtrabend „redaktioneller Teil“ und informiert uns mit einem Foto und drei auch für Analphabeten gut verständlichen Sätzen über nebensächlichen Quatsch.
Die zunehmend in Bedrängnis geratenen „seriösen“ Zeitungen rotteten sich aufgrund der abwandernden zahlenden Leserschaft laufend mehr zusammen. Mehrere Lokal- und Regionalzeitungen werden unter ein und demselben Dach produziert. Wo früher ein/e JournalistIn einen gut recherchierten und gehaltvollen Artikel an mehrere Zeitungen verkaufen konnte, verkauft er/sie heute möglichst viele oberflächliche Schnellschüsse an eine Redaktion und sieht die Arbeiten darauf in vielen verschiedenen Publikationen verwertet.
Festanstellungen in dieser Branche gibt es kaum mehr, was den/die JournalistIn zwingt, Masse zu produzieren, um zu überleben.
Die gründliche Recherche bleibt auf der Strecke, was wahrscheinlich den Auftraggebern gar nicht so ungelegen kommt.
Da auch die abonnierbaren und bezahlten Publikationen, die übrig geblieben sind, von Inserenten finanziell abhängig sind, wird auf Themen und Skandale, die den Interessen der Grossinserenten zuwider laufen grossräumig verzichtet.
Da Presseprodukte mittlerweile zu einem Handelsgut geworden sind, ist es unabwendbar, dass sich reiche Ideologen der wirtschaftsliberal-gesellschaftskonservativen Front Verlagshäuser, Zeitungen und Redaktionen einkaufen, um erstens die Pressemanipulation in ihrem Sinne zu steuern und zweitens nebenbei sogar noch Geld damit zu verdienen.
Blocher-Freund und Superkapitalist Tito Tettamanti hat sich nun auch noch die Basler Zeitung gepostet. Die Chefredaktion haben er und sein Juniorpartner Martin Wagner nach dem Hire&Fire-Prinzip durch Weltwoche-Köppels Vize und Blocher-Biograph Martin Somm ersetzt.
Auf das die Nordwestschweiz täglich mit neofeudalistischem und menschenverachtendem Gedankengut auf Kurs gebracht werde…
Leider gibt es in dieser Region keine andere umfassende regionale Informationsquelle…der Einkauf dürfte also kein Zufall sein!
Wir brauchen gesamtschweizerisch eine Bewegung zur Forderung nach der Re-Demokratisierung der Presse!!!
Wir brauchen wieder eine ernstzunehmende vierte Gewalt, die ihre Verantwortung als Informationsquelle wahrnimmt!
Liebe Basler Verleger, Journalistinnen und Medienschaffende: Bitte zieht den Finger raus!
Wir brauchen Euch!