Betrüger versuchen immer noch im Internet Kasse zu machen. Auch in der Schweiz fallen Leute auf Seiten wie outlets.de rein.

So versucht auch Tomas Franko auf seiner Webseite outlets.de Geschäfte unter sehr komischen Bedingungen zu machen. Im Glauben, man registriere sich kostenlos für den Memberbereich einer Webseite, versucht der Betreiber dem unvorsichtigen Internetbenutzer das Geld aus der Tasche zu ziehen und jubelt ihm gleichzeitig noch ein Abzockabo unter.

Leicht übersieht man auf der rechten Seite im Fliesstext die versteckte Preisangabe, da sich das Auge des Lesers nur auf das Anmeldeformular konzentriert. Und schon sitzt man in der Abofalle. Oder doch nicht

Gerichtsurteile gibt es dazu bereits in mehreren Ländern Europas. So auch in Österreich. Dort klagte die Arbeitskammer gegen eine ähnlich gelagerte Webseite mit Bastelanleitungen für Kinder eingereicht. Das Urteil der Richter ist klar verständlich:

Internetseiten sind irreführend und rechtswidrig, wenn sie die Preisangaben nur in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder im Fließtext enthalten, heißt es im Urteil. Grundlegende Vertragsbestimmungen wie Preis, Leistung und Bedingungen des Rücktrittsrechtes müssen in deutlicher und verständlicher Form dem Konsumenten übermittelt werden. Das bedeutet, eine E-Mail mit den Daten muss vor Vertragsabschluss extra an den Verbraucher gehen.

Sagt der Österreichische AK-Konsumentenschützer Robert Mödlhammer.

Die Richter im deutschen Marburg gehen dabei noch weiter. Dort verknurren sie den Anwalt des Webseitenbetreibers wegen „Beihilfe zum Betrug“ ebenfalls, weil dieser versuchte im Mandat des Betreibers die Forderungen einzutreiben. Im Urteil ist dann auch zu lesen:

Bei der Geltendmachung solcher Forderungen für Mandanten handelt es sich um Beihilfe zum Betrug, vgl. so auch AG Karlsruhe 9 C 94/09. Die Belastung der Klägerseite mit Anwaltskosten, die durch außergerichtliche Abwehr dieser Forderung entstanden sind, stellt einen adäquaten kausal verursachten Schaden dar, den die Beklagten zu erstatten haben.
Zusammengefasst: der Anbieter der dubiosen Webseite, sowie sein Rechtsanwalt machen sich – stützt man sich auf die bisherigen Gerichtsurteile – des Betruges verdächtig.


In Düsseldorf lagen im vergangenen Herbst über 600 Strafanzeigen gegen die Firma von Tomas Franko vor.

Auch das Sat 1 Magazin „Akte“ hat sich bereits mit Tomas Franko auseinandergesetzt. Im Akte Beitrag wird ganz am Schluss der Hauptsitz der Abzocker besucht, welcher mehr einer Festung als einem Firmensitz gleicht. Stacheldraht, Videokameras, hohe Mauern. Und nicht zuletzt darf man nicht vergessen, das die Abzocker um Tomas Franko nicht nur Kasse mit den gutgläubigen Internetnutzern machen, sondern anschliessend diese persönliche Daten auch noch weiterverkaufen können.

Tomas Franko, und seine iContent GmbH verschicken rund 2 Monate nach der Anmeldung sogleich die „Letzte Mahnung“ mit dem Hinweis, man habe den Vertrag nicht in der vorgesehenen Frist widerrufen. An dieser Stelle frage ich mich, wie man den etwas wiederrufen will, wenn die erste Kontaktaufnahme nach dem angeblichen Vertragsschluss gleich die letzte Mahnung ist und diese erst nach 2 Monaten folgt. 2lounge liegt ein Fall vor, bei dem weder eine Rechnung, eine Zahlungserinnerung, oder eine Mahnung der „Letzten Mahnung“ vorausgegangen wäre. So hat es diese „Letzte Mahnung“ auch in sich. Dort droht der Betreiber von „rechtlichen Schritten“ und schwerwiegenden finanziellen Folgen.

So oder so, egal was in den Briefen aus Deutschland auch immer stehen mag…: nicht bezahlen, nicht darauf eingehen, keine Diskussionen anzetteln. Einfach gleich alle Schriftstücke feinsäuberlich ablegen. Sollte tatsächlich ein Zahlungsbefehl vom Betreibungsamt folgen, sofort Rechtsvorschlag erheben und wenn gewünscht – quasi optional – auf dem nächstgelegenen Polizeiposten Strafanzeige einreichen.

[UPDATE vom 18.05.2010]:

Wie zu erwarten war, kam nach diesem einen Brief nichts mehr. Unsere Empfehlung daher an alle Leser: NICHT REAGIEREN, NICHT ZAHLEN! Es passiert genau gar nichts!