Anlässlich eines Geburtstages und aufgrund diverser Empfehlungen besuchten wir gestern Samstag das Restaurant Chi Ba Bou in Maur (ZH). Und da ich als Blogger mitdabei war, endete das ganze unweigerlich in einem Testessen;

Restaurant Chi Ba Bou in MaurIm Restaurant Chi Ba Bou gibt es drei verschiedene Arten von Fondue. Zum einen Chinoise, dann Baccus und Bourguignonne. Für CHF 69.- pro erwachsene Person, darf geschlemmt werden soviel man mag. Dabei wird man aber – trotz des Preises – diverse Abstriche machen müssen, wie mein kleiner Testbericht aus dem Restaurant Chi-Ba-Bou in Maur (ZH) zeigt.
Schlechter Start…
Obwohl wir ausdrücklich einen Tisch im Nichtraucher des Chi-Ba-Bou reservierten, platzierte man uns im Raucher. Sehr zu Lasten unseres Geschmackserlebnisses. Da wir sehr früh dort waren und schon am Essen waren als die anderen Gäste das Chi-Ba-Bou betreten haben, bemekrten wir zu spät, dass wir im Raucher sitzen und konnten nicht mehr in den Nichtraucher wechseln.
Schlechter Service…
Der Sohn unseres Nachbarn, seines Zeichens gelernter Restaurationsfachmann, hätte sich die Haare gerauft ab dem miserablen Service im Chi-Ba-Bou. Das anfänglich schöne Ambiente täuschte nicht über den unprofessionellen Service hinweg. Die rund 30 Gäste im Raucherbereich wurden von nur zwei Angestellten bedient. Das würde ja noch funktionieren, wenn die beiden Damen etwas koordinierter ans Werk gegangen wären. Aber jede der beiden Frauen bediente alle Tische. Es gab keine feste Tischzuteilung, noch hätte man irgend ein Konzept hinter dem wirren Herumgelaufe erkennen können. Deswegen verstärkt sich dann der negative Eindruck, wenn anstatt kohlensäurehaltigem Wasser, solches ohne Kohlensäure an den Tisch gebracht wird, oder die Bestellung von Beilagen einfach mal vergessen wird.
Feine Saucen und qualitativ gutes Fleisch…
Die rund 30 hausgemachten Saucen machten sofort einen guten Eindruck und auch das Erlebniss auf dem Gaumen muss einen Vergleich nicht fürchten. Die Saucen, welche nach den eigenen Angaben vom Chi-Ba-Bou hausgemacht sind, schmecken wirklich vorzüglich. Einmal abgesehen von der Knoblauchsauce, welche einen sehr synthetischen Nachgeschmack hatte. Das Fleisch war frisch, das Rindfleisch war wunderbar rot und absolut mager. Also perfekt. Auch Strauss- und Kalbfleisch schmeckten perfekt. Was ich aber dennoch stark vermisste, war Pferdefleisch. Da im Chi-Ba-Bou auch Lammfleisch angeboten wird, wäre Pferd noch die Abrundung des Sortimentes gewesen.
Von stinkenden Gläsern…
Ja, es ist wahr und ich übertreibe im folgenden Text in keiner Weise. Die Gläser im Chi-Ba-Bou stinken. Neigt man das Glas zum Mund um zu trinken, nimmt man mit der Nase unweigerlich einen sehr penetranten und unangenehmen Geruch wahr. Spontan erinnerte mich der Geruch an aushärtenden Beton, gepaart mit einer Essenz von abgestandenem Zigarettenrauch. Hie und da hatte das Glas auch eine feine, schimmlige Kellernote. Dies machte trinken von Wasser zur Zweckanwendung, da sonst die Kehle vertrocknet wäre. Weil nicht nur mein Glas, sondern auch die Gläser unserer Gäste denselben modrigen Geruch auf sich trugen, stellten wir uns unweigerlich die Frage von fehlender Hygiene, beziehungsweise falschem Waschmittel oder unglücklich gewähltem Lagerort für die Gläser.
Ambiente. Anfänglich sehr schön. Am Schluss Düsenjet…
Ja, das Chi-Ba-Bou hat ein sehr schönes Ambiente. Sehr gemütlich sitzt man im grossen Speiseraum und geniesst sein Essen. Das Publikum des Chi-Ba-Bou ist aber nicht wirklich gediegen, als mehr das lautstark brüllende Volk. Mit vortgeschrittener Stunde wurde der Lautstärkepegel im Chi-Ba-Bou zum unerträglichen Lärm. Für eine noch einigermassen verständliche Unterhaltung, kam man nicht darum herum, sich gegenseitig anzuschreien.
Fehlende oder mangelhafte Lüftung…
Die Lüftung, vor allem im Raucherbereich in dem wir bekanntermassen unfreiwillig platziert wurden, war nicht oder nur minimalst vorhanden. Man stelle sich vor: an jedem Tisch 3 Töpfe mit heissem, sprudelndem Öl, oder Bouillon. Dazu rauchende Gäste. Das schreit nach einer perfekten Frischluftzu- und Altluftabfuhr. Dem ist im Chi-Ba-Bou aber nicht so. Je mehr Gäste ihr Fleisch oder ihren Fisch ins siedende Öl tauchten umso mehr hat es einfach nur noch – tschuldigung die Wortwahl – gestunken. Am Ende das Abends konnten wir uns geruchlich nicht mehr von einer Fritteuse oder einer Dönerbude unterscheiden.
Keine Getränke im Offenausschank…
Sorry, Eistee gab es im Offenausschank. Die restlichen Getränke muss man im Chi-Ba-Bou aber in Fläschchen bestellen, was offensichtlich den Umsatz pro Tisch in die Höhe steigen lässt, was ganz im Sinne des Betreibers aber nicht im Sinne des Gastes ist.
Preis-Leistungsverhältnis im Chi-Ba-Bou…
Nun, betrachtet man die Gesamtsumme von CHF 425.- für 4 Erwachsene und ein Kind und hält die guten, wie auch die schlechten Punkte gegeneinander, fällt einfach auf dass man für dieses Geld doch sehr viel mehr erwarten kann. Zumindest saubere, geruchlose Gläser, sowie eine Bedienung welche ihr Handwerk perfekt im Griff hat und den Bedürfnissen des Gastes zu entsprechen vermag. Für dieselbe Summe hätte man zum Beispiel im Restaurant Rossweid in Gockhausen zwar nicht à Discretion essen können, aber dafür wäre die Frischluftzufuhr garantiert und die Bedienung aufmerksamer – wenn nicht perfekt – gewesen.
Fazit.
Für mich und meine Familie war es bestimmt das Erste und das Letzte Mal im Chi-Ba-Bou. Die Fahrt nach Maur lohnte sich kaum. Die gute Qualität des Fleisches und die feinen Saucen können die schlechten Seiten einfach nicht überdecken. Ein sehr feines Essen, verpackt in einen für mich eher unprofessionell wirkenden Gastronomiebetrieb, schmälert hier die Freude am Essen ungemein und färbt das Gesamtergebnis meines Tests ins dunkelrote.
Wer sich nun sein eigenes Bild vom Chi-Ba-Bou machen möchte, findet sämtliche Informationen auf der Chi-Ba-Bou Webseite.
Bildquelle: www.chibabou.ch